Wechselwirkungen Teil 2

Wech­sel­wir­kun­gen Teil 2

22. August 2018 Patienteninformation 0

Wech­sel­wir­kun­gen von Arz­nei­mit­teln: Teil 2 — Der Medi­ka­ti­ons­plan

bundeseinheitlicher Medikationsplan
Seit dem 01.10.2016 hat jeder Pati­ent mit dau­er­haft mehr als 3 Arz­nei­mit­teln Anspruch auf einen indi­vi­du­el­len Medi­ka­ti­ons­plan von sei­nem Arzt. (Foto: Chip.de)

Du hast einen Anspruch auf einen Medi­ka­ti­ons­plan, wenn Du gleich­zei­tig min­des­tens 3 Arz­nei­mit­tel ein­nimmst. Der Gesetz­ge­ber hat erkannt, dass es in der täg­li­chen Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung an Über­sicht man­gelt und daher die­sen Anspruch über § 31a SGB V im Gesetz ver­an­kert. Ein aktu­el­ler Medi­ka­ti­ons­plan leis­tet einen wich­ti­gen Bei­trag zur Arz­nei­mit­tel­the­ra­pie­si­cher­heit.

Schnell­über­sicht

  • Pati­en­ten, die gleich­zei­tig drei und mehr vom Arzt ver­ord­ne­te Medi­ka­men­te ein­neh­men, haben Anspruch auf einen Medi­ka­ti­ons­plan.
  • Der Plan ver­schafft einen Über­blick, von wem Du was ver­ord­net bekommst und wie Du es ein­neh­men musst.
  • Wech­sel­wir­kun­gen von Arz­nei­mit­teln kön­nen ver­mie­den wer­den.
  • Der Haus­arzt oder der koor­di­nie­ren­de Fach­arzt ist ver­pflich­tet, dem Pati­en­ten den Medi­ka­ti­ons­plan aus­zu­stel­len und zu aktua­li­sie­ren.
  • Dei­ne Apo­the­ke kann den Plan eben­falls ergän­zen.
  • Aktua­li­tät ist obers­tes Gebot

Was ist ein Medi­ka­ti­ons­plan?

Der Medi­ka­ti­ons­plan lis­tet alle Medi­ka­men­te auf, die Du ein­neh­men musst. Das sind neben den ärzt­lich ver­ord­ne­ten Arz­nei­mit­teln auch die ver­schrei­bungs­frei­en aus der Apo­the­ke.

Es steht allen jenen zu, die gleich­zei­tig drei oder mehr Arz­nei­mit­tel dau­er­haft neh­men. Der Plan wird nach ein­heit­li­chen Stan­dards erstellt,  egal ob ihn ande­re Ärz­te, Apo­the­ker oder Ärz­te im Kran­ken­haus aktua­li­sie­ren. Das erleich­tert das Ver­ständ­nis und erhöht die Über­sicht­lich­keit.

Zunächst gibt es den Plan nur in Papier­form. Er soll jedoch spä­ter auch auf Wunsch auf der elek­tro­ni­schen Gesund­heits­kar­te gespei­chert wer­den kön­nen.


Du kannst Dir ein Mus­ter des bun­des­weit ein­heit­li­chen Medi­ka­ti­ons­plan her­un­ter­la­den:

exter­ner Link (Chip.de)


Was steht auf dem Medi­ka­ti­ons­plan?

Neben Dei­nen Pati­ne­ten­da­ten fin­den sich in der Arz­nei­mit­tel­über­sicht  sämt­li­che Anga­ben zu den ver­ord­ne­ten Prä­pa­ra­ten. Dazu gehö­ren der Han­dels­na­me, die Wirk­stof­fe und Wirk­stär­ke, die Dar­rei­chungs­form, die ver­ord­ne­te Ein­nah­me und Men­ge sowie spe­zi­el­le Hin­wei­se und der Grund für die Medi­ka­ti­on. Zusätz­lich kön­nen ver­schrei­bungs­freie Arz­nei­mit­tel in den Medi­ka­ti­ons­plan ein­ge­tra­gen wer­den.

Für die Aktua­li­tät sor­gen nicht nur der Haus­arzt, son­dern auch ande­re nie­der­ge­las­se­ne Ärz­te oder Ärz­te im Kran­ken­haus. Sie kön­nen den Plan digi­tal aus­le­sen, ändern oder ergän­zen. Auch Apo­the­ken kön­nen den Plan ergän­zen, wenn der Pati­ent dies für die Arz­nei­mit­tel wünscht, die er ohne ärzt­li­ches Rezept kauft.

Was ist Dein Mehr­wert?

Der Medi­ka­ti­ons­plan macht die Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung siche­rer, weil er Dich und die mit- und wei­ter­be­han­deln­den Ärz­te und Apo­the­ken dar­über infor­miert, wel­che Prä­pa­ra­te Du gera­de ein­nimmst. Das klingt zunächst tri­vi­al aller­dings wuss­te Dein Haus­arzt bis­her sel­ten wel­cher Fach­arzt Dir wel­che Arz­nei­mit­tel ver­ord­net (und ob sie sich ver­tra­gen).

Hier liegt der größ­te Mehr­wert. Dein Arzt oder Apo­the­ker hat alle not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen für den in Teil 1 beschrie­be­nen Inter­ak­ti­ons­check. Da wir gelernt haben, dass nicht jede theo­re­ti­sche Wech­sel­wir­kung tat­säch­lich rele­vant ist, erhal­ten sie mit dem Medi­ka­ti­ons­plan zusätz­lich die wich­ti­ge Infor­ma­ti­on “wie” Du die ver­ord­ne­ten Arz­nei­mit­tel ange­wen­dest. Auf die­ser Grund­la­ge kann dei­ne Medi­ka­ti­on wirk­sam und neben­wir­kungs­arm ein­ge­stellt wer­den.

Neben den Aspek­ten der Arz­nei­mit­tel­the­ra­pie­si­cher­heit hast Du mit dem Medi­ka­ti­ons­plan ein ein­fa­ches Werk­zeug an der Hand, das Dich dar­an erinn­ernt, wann Du wel­ches Medi­ka­ment ein­neh­men musst.

Im Ergeb­nis pro­fi­tierst Du von einer opti­mier­ten Arz­nei­mit­tel­the­ra­pie — ohne uner­wünsch­te Arz­nei­mit­tel­wech­sel­wir­kun­gen.