Schlaf­mit­tel­ab­hän­gig­keit

Schlaf­mit­tel­ab­hän­gig­keit

20. August 2018 Patienteninformation 0

Dau­er­an­wen­dung von Schlaf­mit­teln 

Schlafmittelabhängigkeit
Die Lang­zeit­an­wen­dung von Schlaf­mit­teln führt oft in die sog. stil­le Sucht. (Foto: Pixabay; CC0)

Die kurz­zei­ti­ge Ein­nah­me von Schlaf­mit­teln kann über Pha­sen der Schlaf­lo­sig­keit hin­weg­hel­fen. Wird die Anwen­dung aller­dings zur Gewohn­heit, steigt die Gefahr einer Schlaf­mit­tel­ab­hän­gig­keit. Denn auf Dau­er sinkt nicht nur die Wirk­sam­keit, son­dern sie kehrt sich um. Schlaf­mit­tel redu­zie­ren dann die Schlaf­qua­li­tät und der Teu­fels­kreis beginnt.

Schnell­über­sicht

  • Eine Abhän­gig­keit von Schlaf­mit­teln wird oft zu spät erkannt.
  • Frau­en sind beson­ders oft von der “stil­len Sucht” betrof­fen.
  • Die dau­er­haf­te Ein­nah­me von Schlaf­mit­teln kann den Schlaf ver­schlech­tern.
  • Schlaf­mit­tel soll­ten nach Lang­zeit­ein­nah­me nicht abrupt abge­setzt wer­den. Sprich mit Dei­nem Arzt oder Apo­the­ker.

Schlaf­mit­tel­ab­hän­gig­keit in Deutsch­land

Aktu­el­len Schät­zun­gen zufol­ge gibt es in Deutsch­land min­des­tens 1,5 Mil­lio­nen Medi­ka­men­ten­ab­hän­gi­ge. Hin­zu kommt eine ähn­lich gro­ße Zahl von Per­so­nen, die gefähr­det sind eine sol­che Abhän­gig­keit zu ent­wi­ckeln. Zah­len­mä­ßig nimmt das Pro­blem der Arz­nei­mit­tel­ab­hän­gig­keit somit die glei­che Dimen­si­on an wie die Alko­hol­sucht. Doch wird Arz­nei­mit­tel­miss­brauch und Arz­nei­mit­tel­ab­hän­gig­keit im Gegen­satz zum Alko­hol­ab­usus in der Öffent­lich­keit kaum wahr­ge­nom­men und der meist schlei­chen­de Pro­zess einer Abhän­gig­keits­ent­ste­hung nicht bemerkt. Frau­en sind dop­pelt so häu­fig betrof­fen wie Män­ner und mit dem Alter steigt die Gefähr­dung wei­ter. Unzäh­li­ge Frau­en über 70 Jah­re neh­men regel­mä­ßig Medi­ka­men­te zum Schla­fen oder Ruhig­wer­den.

Rund fünf Pro­zent der ärzt­lich ver­ord­ne­ten Medi­ka­men­te besit­zen ein Abhän­gig­keits­po­ten­zi­al. Vor allem Schlaf- und Beru­hi­gungs­mit­tel sowie man­che Schmerz- und Migrä­ne­mit­tel oder Psy­cho­sti­mu­lan­zi­en ber­gen die Gefahr der Aus­bil­dung einer Abhän­gig­keit. Doch auch zahl­rei­che frei ver­käuf­li­che Medi­ka­men­te wie Schmerz­mit­tel, Grip­pe­me­di­ka­men­te, Hus­ten­blo­cker, Nasen­trop­fen oder Abführ­mit­tel kön­nen unter ungüns­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen leicht in die „stil­le Sucht“ füh­ren.

Sucht und Arz­nei­mit­tel­ab­hän­gig­keit sind weit ver­brei­te­te Phä­no­me­ne unse­rer Zeit.  Alle Süch­te, ob stoff­ge­bun­den oder nicht stoff­ge­bun­den, ob nach All­tags­dro­gen, ille­ga­len Dro­gen oder Medi­ka­men­ten ist gemein­sam: Sie len­ken das Den­ken und Füh­len des Betrof­fe­nen und neh­men ihm einen Teil sei­ner per­sön­li­chen Frei­heit und Selbst­be­stimmt­heit. Set­zen wir uns gemein­sam für ein selbst­be­stimm­tes Leben ein. Kämp­fen Sie mit!

Was kann ich tun?

Die Basis für eine Bes­se­rung ist ein gemein­sa­mes Ver­ständ­nis des Pro­blems und was zu tun ist. Wir haben daher eine Pati­en­ten­in­for­ma­ti­on zum The­ma Schlaf­mit­tel­ab­hän­gig­keit für Sie erstellt, die die wich­tigs­ten Fak­ten zum risi­ko der Dau­er­an­wen­dung von Schlaf­mit­teln und Lösungs­stra­te­gi­en aus dem Teu­fels­kreis der Schlaf­mit­tel­ab­hän­gig­keit für Sie ent­hält.

Die­ses Wis­sen kann Ihnen als Impuls und als Gesprächs­grund­la­ge mit Ihrem Arzt die­nen. Gemein­sam kön­nen Sie die bes­te Lösung für Sie fin­den.

Pati­en­ten­in­for­ma­ti­on

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