Metabolisches Syndrom

Meta­bo­li­sches Syn­drom

29. August 2018 Patienteninformation Sport als Medikament 0

Sport beim meta­bo­li­schen Syn­drom

Ein effek­tiv gestal­te­tes Bewe­gungs­pro­gramm kann Arz­nei­mit­tel­wir­kun­gen unter­stüt­zen oder per­spek­ti­visch sogar ent­behr­lich machen. Jeden­falls wirkt kör­per­li­che Akti­vi­tät als kom­ple­xe The­ra­pie gegen die häu­figs­ten Volks­krank­hei­ten — ohne Neben­wir­kun­gen!

Die Zusam­men­hän­ge

Meta­bo­li­sche Erkran­kun­gen ste­hen in engen Bezie­hun­gen zuein­an­der. Dies ist der Grund war­um vie­le Men­schen zunächst die Dia­gno­se für eine der gro­ßen Volks­krank­hei­ten erhal­ten auf die dann im Ver­lauf der Jah­re wei­te­re unge­lieb­te Dia­gno­sen fol­gen. Das meta­bo­li­sche Syn­drom ist dann der Sym­ptom­kom­plex aus den 4 Erkran­kun­gen Dia­be­tes Typ 2, Dysli­pi­dä­mie, Hyper­to­nie und Adi­po­si­tas.

Symptomkomplex
Dia­gno­se­kri­te­ri­en des meta­bo­li­schen Syn­droms

Inak­ti­vi­tät als Ursa­che

Kör­per­li­che Inak­ti­vi­tät gilt als Risi­ko­fak­tor für vie­le chro­ni­sche Erkran­kun­gen. Dies gilt ins­be­son­de­re für meta­bo­li­sche Erkran­kun­gen, die auch unter­ein­an­der in enger Ver­bin­dung ste­hen. Hier­zu zäh­len ins­be­son­de­re Blut­hoch­druck, Dia­be­tes und hohe Blut­fett­wer­te. Eben­so haben inzwi­schen wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen gezeigt, dass ein nied­ri­ges Akti­vi­täts­ni­veau die Lebens­er­war­tung deut­lich ver­kür­zen kann.

Bis zu 23 % aller durch chro­ni­sche Erkran­kun­gen beding­ten Todes­fäl­le sind dem Man­gel an regel­mä­ßi­ger kör­per­li­cher Akti­vi­tät zuzu­rech­nen.

Zu die­sen Zah­len pas­sen auch die jüngs­ten Schlag­zei­len zur Kor­re­la­ti­on von Sit­zen und Lebens­er­war­tung. Unter dem Slo­gan “Sit­zen tötet” wird Angst und Schre­cken ver­brei­tet. Natür­lich ist aber hier nicht die sit­zen­de Büro­tä­tig­keit der Kern des Pro­blems. Im Ste­hen zu arbei­ten ist nur unwe­sent­lich bes­ser. Ande­ren­falls wäre ein höhen­ver­stell­ba­rer Schreib­tisch — so sinn­voll er zur Vor­beu­gung ortho­pä­di­scher Beschwer­den ist — eine lebens­ver­län­gern­de Maß­nah­me. Neben einer Rei­he wei­te­rer Fak­to­ren spielt der Ener­gie­um­satz eine über­ge­ord­ne­te Rol­le.

Um den eige­nen Ener­gie­um­satz zu erhö­hen eig­net sich jede Art der Bewe­gung.

Als Faust­re­gel gilt: Je anstren­gen­der die Akti­vi­tät ist, des­to höher der Ener­gie­ver­brauch! Jedoch hilft bereits jeder ein­zel­ne Schritt. Vor Allem über die Regel­mä­ßig­keit lässt sich punk­ten.

Die nega­ti­ven Effek­te der Bewe­gungs­ar­mut sind meta­bo­li­scher Natur und damit vom Ener­gie­um­satz abhän­gig. Dies lässt sich nur durch Bewe­gung behe­ben — nicht durch höhen­ver­stell­ba­re Tische!

Die Lösung: Mög­lichst viel Bewe­gung — vor, wäh­rend und nach dem Büro — in den All­tag ein­bau­en.

Mus­kel­schwund — oft unter­schätzt

Gemein­sam haben die­se Erkran­kun­gen den Ent­ste­hungs­weg. Ab dem ca. 27. Lebens­jahr ver­liert der Mensch (ohne ent­spre­chen­des Mus­kel­trai­ning) ca. 1% sei­ner Mus­kel­mas­se. Da die Mus­ku­la­tur über Ihren hohen Ener­gie­ver­brauch ent­schei­dend den Ruhe-Ener­gie-Umsatz des Orga­nis­mus bestimmt, sinkt in der Fol­ge der Ener­gie­ver­brauch. Bleibt gleich­zei­tig die Ener­gie­auf­nah­me (Nah­rungs­auf­nah­me) kon­stant, kippt das meta­bo­li­sche Gleich­ge­wicht — eine Gewichts­zu­nah­me als Kon­se­quenz der posi­ti­ven Ener­gie­bi­lanz ist die Fol­ge. Kom­men wei­te­rer Bewe­gungs­man­gel und Über­ernäh­rung hin­zu, beschleu­nigt sich der Pro­zess ent­spre­chend.

Man erkennt leicht, dass der Schlüs­sel somit im Erhalt der Mus­kel­mas­se liegt. Dies gelingt über schwe­re kör­per­li­che Arbeit oder regel­mä­ßi­gem Kraft­trai­ning. Nur Aus­dau­er­sport allei­ne ver­mag ledig­lich den aku­ten Ener­gie­ver­brauch zu erhö­hen und kann im Über­maß zusätz­lich zu Las­ten der Mus­kel­mas­se gehen.

Sport als Medi­ka­ment

Die enge Ver­bin­dung der meta­bo­li­schen Erkran­kun­gen wirkt sich posi­tiv auf die gesund­heit­li­chen Effek­te der Bewe­gung aus. Da regel­mä­ßi­ge kör­per­li­che Akti­vi­tät den gesam­ten Meta­bo­lis­mus för­dert, wer­den grund­sätz­lich alle Berei­che prä­ven­tiv oder the­ra­peu­tisch adres­siert.

Die Arz­nei­mit­tel­the­ra­pie hin­ge­gen rich­tet sich oft nur gegen eine Ziel­struk­tur im Kör­per. Ein­zel­ne Stoff­wech­sel­pro­zes­se wer­den gezielt blo­ckiert, z.B. um den Blut­zu­cker­spie­gel zu sen­ken. Dies löst aller­dings nicht das o. g. Grund­pro­blem der posi­ti­ven Ener­gie­bi­lanz. Der Orga­nis­mus nutzt dann ver­mehrt ande­re Stoff­wech­sel­we­ge, was zu ande­ren meta­bo­li­schen Erkran­kun­gen füh­ren kann.

Der Teu­fels­kreis lässt sich nur durch regel­mä­ßi­ges Trai­ning durch­bre­chen.

Dies erhöht den Ener­gie­ver­brauch (Aus­dau­er­sport) und erhöht den kon­ti­nu­ier­li­chen Grund­um­satz (Kraft­trai­ning). So las­sen sich Arz­nei­mit­tel­the­ra­pi­en sinn­voll unter­stüt­zen oder sogar ablö­sen. 

Sprich mit Dei­nem Arzt über Dei­ne Mög­lich­kei­ten!

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