Gesund­heits­in­for­ma­ti­on

Unab­hän­gi­ge Gesund­heits­in­for­ma­ti­on

Sozia­les Enga­ge­ment

Die Mis­si­on

Das Pro­jekt Phar­ma­ko­the­ra­pie­be­ra­tung by eME­Du­ca­ti­on ist ein Soci­al Entre­pre­neurship Pro­jekt. Wir möch­ten einen akti­ven Bei­trag zu einer ratio­na­len, kos­ten­güns­ti­gen und siche­ren Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung leis­ten.

Das Pro­jekt wur­de von mir aus zwei Grün­den gestar­tet. Als Apo­the­ker sehe ich sowohl die Chan­cen, als auch die Risi­ken der Digi­ta­li­sie­rung in unse­rem Gesund­heits­sys­tem. Wei­ter­hin erken­ne ich die regu­la­to­ri­sche Über­for­de­rung von Ärz­ten, Apo­the­kern und Pati­en­ten sowie zu gro­ße Wis­sens­un­ter­schie­de unter den Betei­lig­ten.

Ich zie­he mei­ne Moti­va­ti­on aus der Freu­de die täg­li­chen Pro­ble­me in der Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung anzu­ge­hen.

Apo­the­ker Dr. Den­nis A. Effertz
Die Her­aus­for­de­run­gen
Selbst­me­di­ka­ti­on
  • Der Online-Ver­sand­han­del mit Arz­nei­mit­teln hat sowohl Vor­tei­le (preis­güns­ti­ge Ver­sor­gung) als auch Nach­tei­le (Infor­ma­ti­ons- bzw. Bera­tungs­de­fi­zi­te) im Ver­gleich zur öffent­li­chen Apo­the­ke vor Ort. Wäh­rend eine Vor-Ort-Apo­the­ke die Bera­tung aktiv anbie­ten muss, besteht eine gewis­se “Bequem­lich­keits­hür­de” — oder wie oft hast Du bereits bei einer Online-Apo­the­ke ange­ru­fen?
  • Es ist der Apo­the­ke zwar ver­bo­ten bestimm­te Arz­nei­mit­tel in der Bera­tung zu bevor­zu­gen, jedoch ist auch eine Apo­the­ke ein wirt­schaft­lich agie­ren­des Unter­neh­men, dass von Ange­bo­ten und guten Ein­kaufs­kon­di­tio­nen der Arz­nei­mit­tel­her­stel­ler lebt. Daher sind die Emp­feh­lun­gen teil­wei­se nicht unab­hän­gig.
  • Bera­tung fin­det sel­ten auf Grund­la­ge nach­ge­wie­se­ner und guter Wirk­sam­keit statt.
ärzt­li­che Ver­sor­gung
  • Ärz­te sehen sich einer Viel­zahl sozi­al­recht­li­cher Anfor­de­run­gen aus­ge­setzt, die er erfül­len soll. Im End­ef­fekt wird ver­langt, dass er weder zu viel noch zu wenig ver­schreibt klingt ein­fach, ist es aber nicht.
  • Oft fin­den Arzt-Pati­en­ten-Gesprä­che nicht auf Augen­hö­he statt. Dies liegt auch an der knap­pen Zeit der Ärz­te. Aller­dings kann nur “der infor­mier­te Pati­ent” mün­di­ge Ent­schei­dun­gen tref­fen.
Die Zie­le
  1. den Ver­sand­han­del mit Arz­nei­mit­teln durch das Infor­ma­ti­ons­an­ge­bot siche­rer machen
  2. Unab­hän­gig­keit der Bera­tungs­qua­li­tät in den Apo­the­ken trans­pa­ren­ter machen
  3. För­de­rung der evi­denz­ba­sier­ten Phar­ma­zie
  4. För­de­rung der ärzt­li­chen Fort­bil­dung
  5. der “mün­di­ge Pati­ent”

Evi­denz

In  der Arz­nei­mit­tel­the­ra­pie spricht man von Evi­denz­ba­sier­ter Phar­ma­zie (EbPharm = beweis­ge­stütz­te Phar­ma­zie). 

Nach der Defi­ni­ti­on des Deut­schen EbM-Netz­wer­kes han­delt es sich dabei um den

gewis­sen­haf­ten, aus­drück­li­chen und ver­nünf­ti­gen Gebrauch der gegen­wär­tig bes­ten exter­nen, wis­sen­schaft­li­chen Evi­denz  bei der Ent­schei­dungs­fin­dung in der phar­ma­zeu­ti­schen Ver­sor­gung und Bera­tung.” Deut­sches Netz­werk evi­denz­ba­sier­te Phar­ma­zie e. V.

Der Nut­zen für Dich

Im Ergeb­nis bedeu­tet eine auf guter Evi­denz beru­hen­de Emp­feh­lung, dass Du ein Arz­nei­mit­tel wäh­len kannst des­sen Wir­kun­gen über vie­le Stu­di­en belegt sind. Die Wahr­schein­lich­keit, dass das Arz­nei­mit­tel somit auch Dir hel­fen kann, ist somit sehr hoch. Umge­kehrt ist eine gewünsch­te Wir­kung bei Wirk­stof­fen mit nied­ri­ger Evi­denz zwar mög­lich, aber weni­ger wahr­schein­lich. Grund­sätz­lich spie­len indi­vi­du­el­le Fak­to­ren immer eine wich­ti­ge Rol­le, daher ver­wei­sen wir in unse­rem Haf­tungs­aus­schluss auch auf die Unent­behr­lich­keit der heil­be­ruf­li­chen Bera­tung.

Schnell­über­sicht zur Evi­denz

Die Evi­denz wird für Dich the­men­ab­hän­gig zusam­men­ge­tra­gen. Wich­ti­ge Infor­ma­ti­ons­quel­len sind hier­bei zuver­läs­si­ge Gesund­heits­in­for­ma­tio­nen des Insti­tuts für Qua­li­tät und Wirt­schaft­lich­keit im Gesund­heits­we­sen (IQWIG) sowie Fach­li­te­ra­tur zur evi­denz­ba­sier­ten Selbst­me­di­ka­ti­on und Leit­li­ni­en.

Neben den ver­ständ­lich auf­ge­ar­bei­te­ten Infor­ma­tio­nen haben wir ein Ampel­sche­ma für den schnel­len Über­blick ent­wi­ckelt. Dabei steht die Ampel für Wirk­stof­fe mit einer aus­rei­chen­den Daten­la­ge zur guten Wirk­sam­keit und einer posi­ti­ven Nut­zen-Risi­ko-Rela­ti­on “auf grün”. “Gelb” bedeu­tet, dass es Hin­wei­se auf einen Nut­zen gibt. Jedoch exis­tie­ren in der jewei­li­gen Indi­ka­ti­on Arz­nei­mit­tel mit einer höhe­ren Evi­denz­klas­se. Die Far­be “rot” steht für eine unzu­rei­chen­de Daten­la­ge, wel­che eine zuver­läs­si­ge Aus­sa­ge zur Wirk­sam­keit nicht erlaubt.

Wir­kung sehr wahr­schein­lich und gute Nut­zen-Risi­ko-Rela­ti­on

Hin­wei­se auf Nut­zen bei bestimm­ten Pati­en­ten­grup­pen

kei­ne aus­rei­chen­de Evi­denz und/oder ungüns­ti­ge Nut­zen-Risi­ko-Rela­ti­on vor­han­den

Eine rote Ampel bedeu­tet nicht, dass der ent­spre­chen­de Wirk­stoff nicht hel­fen kann. Es ist nur weni­ger wahr­schein­lich. Grund­sätz­lich wur­de jedes in Deutsch­land zuge­las­se­ne Arz­nei­mit­tel auf Wir­kung und Neben­wir­kun­gen geprüft.

Pro­dukt­un­ab­hän­gi­ge Emp­feh­lun­gen

Wäh­rend Apo­the­ken i. d. R. ihre Sicht­wahl auf den sog. Stück­nut­zen der Arz­nei­mit­tel opti­mie­ren, sind unse­re Infor­ma­tio­nen völ­lig unab­hän­gig von Ein­kaufs­kon­di­tio­nen, Bar- oder Natu­ral­ra­bat­ten oder Lager­be­stän­den. Wir zei­gen aus­schließ­lich die durch Stu­di­en beleg­te Wirk­sam­keit von ver­schie­de­nen Wirk­stof­fen auf. Hier­durch bist Du in der Lage mit sog. Gene­ri­ka teils deut­lich gegen­über Ori­gi­na­lia zu spa­ren.

Das Infor­ma­ti­ons­an­ge­bot stellt kei­ne Wer­bung für Arz­nei­mit­tel dar – im Gegen­teil. Es han­delt sich um eine Infor­ma­ti­on nach § 8 Berufs­ord­nung der Lan­de­s­apo­the­ker­kam­mer BW. Das Ziel ist eine zweck­mä­ßi­ge und wirt­schaft­li­che Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung und nicht die Absatz­för­de­rung. Ins­be­son­de­re die Berück­sich­ti­gung der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Evi­denz zeigt, dass es man­gels Erfolgs­aus­sicht oft sinn­vol­ler wäre auf ein Arz­nei­mit­tel zu ver­zich­ten und/oder die Ursa­chen anzu­ge­hen und nicht die Sym­pto­me — Stich­wort life­sty­l­e­mo­di­fi­ca­ti­on.

Apo­the­ken­mit­ar­bei­ter ken­nen Wirk­stof­fe oft­mals bes­ser als Prä­pa­ra­tena­men. Dies gilt umso mehr, je näher sie zeit­lich an ihrer Aus­bil­dung sind. Dort lernt man aus Grün­den der Phar­ma­ko­lo­gie und der Evi­denz eben­falls nur Wirk­stof­fe. Du kannst die Evi­denz­über­sicht somit pro­blem­los als Ein­stieg in das Bera­tungs­ge­spräch in Dei­ner Apo­the­ke vor Ort und/oder für die Online-Suche bei einer Ver­sand­apo­the­ke nut­zen.