EMS-Training

EMS-Trai­ning

29. August 2018 Patienteninformation Sport als Medikament 0

Abneh­men durch EMS-Trai­ning?


EMS-Trai­ning ist in Mode. Es han­delt sich dabei um ein kur­zes, aber effek­ti­ves Ganz­kör­per­trai­ning. (Foto: Pixabay; CC0)

EMS-Trai­ning erfreut sich zuneh­men­der Beliebt­heit. Die Wer­be­ver­spre­chen hal­ten aller­dings nur teil­wei­se was sie ver­spre­chen. Als Ergän­zung zu einem abwechs­lungs­rei­chen Trai­ning ist EMS-Trai­ning grund­sätz­lich emp­feh­lens­wert.

Wun­der­mit­tel oder Luft­num­mer?

Ganz­kör­per-Elek­tro­myo­sti­mu­la­ti­on (WB-EMS) — auch EMS-Trai­ning — ist eine zuneh­mend medi­al beach­te­te Trai­nings­form. Ent­spre­chen­de Fit­ness­an­bie­ter ver­zeich­nen zuneh­men­de Mit­glie­der­zah­len. Dies erscheint vor dem Hin­ter­grund der ver­lo­cken­den Wer­be­ver­spre­chen („Fit in 20 Minu­ten!“) in unse­rer schnell­le­bi­gen Zeit nach­voll­zieh­bar. Aber was steckt hin­ter dem Ver­spre­chen: Abneh­men durch EMS-Trai­ning ?

EMS-Trai­ning ent­stammt dem Ursprung nach aus der Trai­nings­the­ra­pie mit dem Ziel mus­ku­lä­re (Kraft-) Defi­zi­te gezielt zu behe­ben.

Das EMS-Trai­ning wur­de somit zunächst sehr spe­zi­fisch und zumeist lokal an bestimm­ten Mus­keln zum (Wie­der-) Auf­bau der Kraft in der Reha­bi­li­ta­ti­on von Sport­ver­let­zun­gen genutzt. Dabei ent­deck­te man das Poten­ti­al auch für ande­re Anwen­dungs­be­rei­che. Im Spit­zen­sport ist sie als ergän­zen­de Metho­de inzwi­schen eta­bliert.

Vor- und Nach­tei­le

Die trai­nings­wis­sen­schaft­li­chen Vor­tei­le lie­gen in der gleich­zei­ti­gen Bean­spru­chung aller gro­ßen Mus­kel­grupp­pen und der gerin­gen Appli­ka­ti­ons­häu­fig­keit (1–1,5 mal pro Woche im Ver­gleich zu 2–3 Trai­nings­ein­hei­ten beim Kraft­trai­ning). Hier­durch wird die Trai­nings­me­tho­de sehr zeit­ef­fek­tiv. Die Trai­nings­ef­fek­te auf (Maxi­mal-) Kraft und Mus­kel­mas­se sind mit denen des klas­si­schen Kraft­trai­nings eben­so ver­gleich­bar, wie der Ein­fluss auf die abdo­mi­na­le Fett­mas­se.

Pro­ble­ma­tisch ist die media­le Dar­stel­lung als Wun­der­me­tho­de zum mühe­lo­sen Errei­chen aller Gesund­heit- und Fit­ness­zie­le. Ins­be­son­de­re die Dar­stel­lung als Metho­de zum “pas­si­ven” Abneh­men ist kri­tisch zu sehen. Aus psy­cho­lo­gi­scher Sicht kommt dann erschwe­rend hin­zu, dass die Ver­än­de­rung des Lebens­stils ein akti­ver und bewuss­ter Pro­zess sein muss, um nach­hal­ti­ge Effek­te erzie­len zu kön­nen. Nur so lässt sich der gefürch­te­te Jojo-Effekt ver­mei­den. Die sug­ge­rier­te Pas­si­vi­tät des  EMS-Trai­nings kann die­ses Kom­mit­tent durch das erzeug­te Kon­sum­ver­hal­ten kon­ter­ka­rie­ren. Man könn­te von einer Art “Fit­ness-Fast-Food” spre­chen.

Fakt ist:

Es wer­den nur Teil­as­pek­te der Fit­ness trai­niert, denn EMS-Trai­ning nimmt nur unwe­sent­li­chen Ein­fluss auf den Meta­bo­lis­mus und das Herz-Kreis­lauf-Sys­tem.

Ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund meta­bo­li­scher Erkran­kun­gen und Über­ge­wicht erscheint die­se Metho­de nur bedingt geeig­net.

Gesun­des Abneh­men

Kör­per­li­che Akti­vi­tät wie Sport wirkt im Kon­text der Gewichts­re­gu­la­ti­on auf kom­ple­xe Art und Wei­se. Wäh­rend der Bewe­gung steigt der Kalo­ri­en­ver­brauch zeit­wei­se an. Somit trägt Akti­vi­tät zur nega­ti­ven Ener­gie­bi­lanz — ohne die­se ist ein gesun­des Abneh­men nicht mög­lich — bei. Die­ser Effekt ist beim Aus­dau­er­trai­ning i. d. R. grö­ßer als beim Kraft­trai­ning. Kraft­trai­ning hin­ge­gen stei­gert durch das Mus­kel­wachs­tum nach­hal­tig den Ruhe­en­er­gie­be­darf (sog. Grund­um­satz). Aller­dings för­dert ein aus­ge­gli­che­nes Trai­ning diver­se meta­bo­li­sche Pro­zes­se, die ins­be­son­de­re den Fett­ab­bau ver­bes­sern. Eine rei­ne Betrach­tung der Kalo­ri­en und des Gewich­tes trägt die­sem Zusam­men­hang kaum Rech­nung.

Denn es geht beim gesun­den Abneh­men weni­ger um das “Abneh­men” als um die gesun­de Ver­än­de­rung der Kör­per­zu­sam­men­set­zung zu weni­ger Fett und mehr Mus­ku­la­tur!

Gesun­des Abneh­men

Schluss­end­lich kann EMS-Trai­ning als Opti­on für Men­schen betrach­tet wer­den, die kon­ven­tio­nel­les Kraft­trai­ning nicht absol­vie­ren kön­nen oder wol­len. Denn wie bereits im Arti­kel über Gesund­heits­sport dar­ge­stellt, bringt uns jeder Schritt wei­ter!

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